Tiergestützte Pädagogik

Kurzkonzept Tiergestützte Projekte

Tiergestützte Pädagogik

Die tiergestützte Pädagogik wird als pädagogische Fördermaßnahme verstanden. Durch das Medium Tier sollen verhaltensauffällige Ki. und Jgdl. mit besonderen Bedürfnissen positiv in ihrer Entwicklung gefördert werden. Bei diesen Maßnahmen werden die Tiere gezielt eingesetzt. Die Praxis zeigt, dass tierpädagogische und tiertherapeutische Maßnahmen oftmals fließend ineinander übergehen.

Warum Tiere?

  • Tiere geben direkt Rückmeldung auf Verhalten!
  • Tiere bewerten nicht!
  • Tiere reagieren entsprechend ihren Bedürfnissen, Instinkten und Gewohnheiten. Hält man sich also an ihre „Regeln“, erkennt man schnell, wie verlässlich und sogar vorhersehbar sich Tiere verhalten.
  • Dadurch werden fast unbemerkt Sozialfähigkeiten wie Teambereitschaft, Kooperationswillen und –fähigkeit gefördert. Aber auch die Fähigkeit zur besseren Selbstwahrnehmung (Körpersprache) und Eigenreflexion (Verhalten) sowie Empathiebereitschaft (Gefühl) u.v.m.
  • Bei der Arbeit mit den Tieren steht auf einmal nicht mehr das „Menschen- Problem“ im Vordergrund, sondern das Tier! Meine Bedürfnisse werden hinter die des Tieres gestellt!
  • Durch den Umgang mit dem Tier wird Verantwortung übernommen, dies ist für Kinder ein wichtiger Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung und für Erwachsene oft ein sehr wichtiges Gefühl des „wichtig- sein“ und „gebraucht- werden“, „fähig- sein“. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt!
  • Die Tiere befriedigen grundlegende emotionale Bedürfnisse, wie das Gefühl von Nähe, Zuwendung und Angenommen sein.
  • Natürlich werden auch fast alle unserer Wahrnehmungssinne im Umgang mit Tieren geschult. (fühlen, riechen, sehen, hören,…)

Ziele tiergestützter Projekte

Ki und Jgdl. haben das natürliche Bedürfnis mit Lebendigem umgehen zu wollen. Ich nutze der hohe Aufforderungscharakter von Tieren mit ihren vielen anspruchsvollen Interaktionsmöglichkeiten wird genutzt. Durch die große positive emotionale, soziale und auch motorische Wirkung der Tiere regen sie unterschiedliche Entwicklungsschritte an:

 

Sozio-emotionaler/ Psycho-sozialer Bereich:

  • Verbesserung des Selbstwertgefühls, z.B. durch Erreichen selbstgesteckter Ziele
  • Kontaktaufnahme zu Tier und Mensch
  • Abbau von Ängsten
  • Zulassen von Körpernähe
  • Anregen von Kommunikation, Sprache oder Zeichen
  • Motivationssteigerung durch Kompetenzerfahrung
  • Anregen selbstmotivierten Handelns und Lernens, also zu Eigenaktivität emotionale Stabilisierung und Entfaltung
  • Förderung eines Verantwortungsbewusstseins ,z.B. durch Rücksichtnahme auf das Tier
  • Aktivierung eigener Ressourcen
  • Spiegeln des eigenen Verhaltens durch sofortige, klare Reflexion des Tieres
  • Zurücknehmen eigener Bedürfnisse, Einstellen auf Bedürfnisse des Tieres
  • Regeleinhaltung (Umgangsregeln mit dem Hund)

 

Wahrnehmungsbereiche und Motorik:

  • Förderung von Grob- und Feinmotorik, Koordinationsleistungen und sensomotorischer Fähigkeiten aufgrund komplexer Abläufe im Umgang mitdem Tier
  • Motivation zur Bewegung
  • Stimulation durch Sinneserfahrung fast aller Wahrnehmungsbereiche in lebenspraktischem Bezug
  • Optimierung von Krafteinsatz, Kraftdosierung, Kraftaufbau ,z.B. beim Putzen der Ponys, Streicheln des Hundes
  • Entspannung ,z.B. durch Körperwärme oder das Gefühl beschützt zu werden

Kognitive Fähigkeiten:

  • Förderung von Ausdauer und Konzentration, z.B. beim Bürsten des Ponys, Bauen eines Hundespielzeuges usw.
  • Förderung von Körpersprache und Sprache ,z.B. Hund hört nur, wenn Mensch Kommando deutlich zeigt/ spricht
  • Förderung von Gedächtnisleistungen, Serialität, Orientierung, Abstraktion u.v.m., z.B. durch das genaue Nachahmen von Bewegungen und Ausdruck, um bestimmtes Verhalten des Tieres zu provozieren

Zielgruppe:

  • Auffälligkeiten in sozial-emotionalen Verhalten
  • Angststörungen
  • Verhaltensauffälligkeiten verschiedenster Ursache und Ausprägung, z.B. Autismus
  • Psychische Krankheiten, depressive Zustände, Krisenphasen
  • begleitend bei Entwicklungsstörungen, -verzögerungen, AD(H)S, u.v.m.
  • Motorische- und/ oder Koordinationsprobleme
  • Auffälligkeiten in den Bereichen der Wahrnehmungsleistungen (Erfassen- Verarbeiten- Reagieren » auf Umweltreize wie Berührung spüren, erfühlen, riechen, visuelle Leistungen usw.)
  • Motivationsmangel (Motivation zur Aktion, Bewegung, Selbstantrieb) u.v.m.

Durch die vielen verschiedenen Tierarten und die damit verbundenen Tiercharakteren bekommt die Tiergestützte Pädagogik eine besondere Qualität. Wir besitzen:

  • Ponys
  • Hühner
  • Pfauen
  • Hund
  • Katze
  • Gänse und Enten

Die Ki und Jgdl. erhalten die Möglichkeit, sich ein Tier auszuwählen, zu welchem sie sich am ehesten hingezogen fühlen. Gleichzeitig können mögliche Ängste zu bestimmten Tierarten durch die Kontaktaufnahme in dem tiergestützten Projekt abgebaut werden. Während des Projektes ist es jedoch wichtig auf die Bedürfnisse der Tiere zu achten.

So muss gegebenenfalls ein Setting abgebrochen bzw. den Umständen entsprechend angepasst werden, wenn ein Tier Stress Symptome zeigt.

Tierschutz

Das Wohl unserer Tiere steht an oberster Stelle.

Tierpädagogische Projekte der Wohngruppe Albersdorf werden in Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Tierarzt entwickelt, durchgeführt und ausgebaut.

Finanzierung und Kosten

Auf Anfrage